Jahresbericht Aktive Boden 2022

15.11.2022

Nicole Inauen

«Wir bleiben also dran und hoffen, dass wir im 2022 wieder mal eine richtige Wettkampfsaison haben werden!» Das war der Abschlusssatz meines letzten Jahresberichts. Und ich kann euch bereits vorab sagen: Endlich wieder eine richtige Wettkampfsaison? Ja, das hatten wir! Und wie wir das hatten!
Aber starten wir doch Anfang Jahr im Januar. Es fühlt sich zwar so an, als wäre das schon ewig her, aber auch zu diesem Jahresbeginn hatten wir noch mit gewissen Coronamassnahmen zu kämpfen, sodass in den ersten zwei Monaten leider noch nicht alle am Trainingsbetrieb teilnehmen konnten. (Damit wäre das Thema Corona in diesem Bericht nun auch bereits abgehakt.) Also hiess es erst ab März Vollgas mit Choreo Einstudieren, um rechtzeitig auf die Wettkämpfe bereit zu sein. Da kam uns unser alljährliches Trainingsweekend am 26. und 27. März, das auch dieses Jahr wieder in Egg stattfand, natürlich gerade recht. Mit viel Engagement und fröhlichen Gesichtern wurde zwei Tage lang hart trainiert und an der Choreo gefeilt. Auch in den daraufkommenden Wochen wurde zwar fleissig geübt, doch irgendwie spürte ich als Leiterin dieses ganz bestimmte Kribbeln nicht, das in der Gruppe normalerweise in den letzten Trainings vor dem ersten Wettkampf einsetzt. Diese gewisse Anspannung, die es eben vor einem Wettkampf braucht, um noch die letzte Kraft und Konzentration aus den Turnerinnen und Turnern rauszuholen, damit diese auch im Training alles geben und die Übung von A bis Z gespannt durchturnen. Nur so kann man als Leiter wirklich beurteilen, ob denn nun alles passt. So ging ich deshalb am Abend nach dem letzten Training vor dem Fiirabig Cup in Fehraltorf mit einem etwas mulmigen Gefühl ins Bett. Würde es die Gruppe schaffen, in den Wettkampfmodus zu schalten und ihr ganzes Können (das in diesem Jahr wirklich beträchtlich ist) im richtigen Moment abzurufen?
Offensichtlich ja. Mit einer ausgezeichneten Show vor einem topmotivierten Publikum erturnten wir uns zum Saisonstart die sagenhafte Note 9.43. Und dies, obwohl wir kurz vorher noch erfahren hatten, dass zwei TurnerInnen krankheitsbedingt ausfallen, und wir deshalb noch umstellen mussten. Wieder einmal war ich richtig stolz auf das ganze Team und dessen Zusammenhalt! Nur gerade eine Woche später durften wir unsere diesjährige Form bei strahlendem Wetter am Munot Cup in Schaffhausen mit zwei hervorragenden Durchgängen und den Noten 9.29 und 9.42 bestätigen. Damit reichte es uns auf den 2. Platz. Voller Selbstvertrauen und natürlich mit einer grossen Portion Ehrgeiz, weitere solche Noten zu erturnen, reisten wir am 11. Juni an den Tannzapfen-Cup nach Dussnang. Dort gelang uns zwar aus unserer Sicht aufgrund diverser Umstellungen keine perfekte, aber sicherlich eine solide Leistung. Die Kampfrichter sahen dies wohl aber noch etwas kritischer. Mit einer im Vergleich leider etwas tieferen Note von 8.69 reisten wir wieder nach Hause. An diesem Tag sicherlich ein kleiner Dämpfer, aber das gehört halt auch dazu!
Mit neuem Elan reisten wir dann am 17. Juni endlich mal wieder an ein Turnfest oder um genau zu sein, ans Regionalturnfest WTU in Wiesendangen. Mit dem ganzen Verein zusammen anreisen, die anderen Sparten bei ihrem Wettkampfteil anfeuern, selber mal wieder in einem Festzelt anstatt einer Halle turnen, immer mal wieder an der Resultatewand vorbeilaufen, am Abend zusammen auf den Festbänken tanzen, dem Fahnenlauf zujubeln, all das macht eben so ein Turnfest aus. Und als wäre das alles nicht schon genug, durfte ich zusammen mit meiner diesjährigen Mitleiterin Joya nach unserer Vorführung die einfach phänomenale Note von 9.68 in Empfang nehmen. Wenn ich mich recht erinnere, ist das die höchste Note, die wir jemals mit der Bodensektion hatten. Umso schöner war es für mich, diese Note der Gruppe mitteilen zu dürfen und diese herausragende Leistung zusammen zu feiern! An dieser Stelle nochmals allen ganz herzliche Gratulation! Ihr sind echt de hammer! Aber auch ein riesiges Dankeschön an alle Einzel-Leiterinnen und -Leiter, die seit Jahren etliche Kinder zu richtigen Turngöttern (sorry Insider 😉) gemacht haben und die es uns überhaupt erst ermöglicht haben, nun auf dieses Potenzial zugreifen zu können! Aber nun wieder zurück nach Wiesendangen. Mit dem Wettkampftag war der sportliche Teil für uns nämlich noch nicht vorbei. Am Sonntag durften wir im Rahmen der Freien Vorführungen unsere Choreo im voll besetzten Festzelt nochmals zeigen. Für einmal ging es nicht darum, auch die Kampfrichter zu beeindrucken, sondern ausschliesslich vor dem fleissig mitklatschendem Publikum eine gute Show abzuliefern. Ein wirklich ganz spezielles Erlebnis, das uns allen sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird!
Die anschliessende Erholungsphase war dann allerdings leider bloss von kurzer Dauer, ging es doch nur gerade eine Woche später bereits ans nächste Turnfest in Wettingen, wo wir uns vor der Sommerpause gleich nochmals eine super Note (9.50) erturnten.
Mit unserem Trainingstag am 21. August endeten die Sommerferien und die letzten Trainingsvorbereitungen für den zweiten Saisonteil wurden in Angriff genommen. Schliesslich stand am 28. August mit dem Team Master unser Heimwettkampf und gleichzeitig Vorbereitungswettkampf für die Schweizer Meisterschaften an. Und was an diesem Tag geschah, gleicht für mich fast einem Sommermärchen. Die Vorrunde fand aufgrund des unsicheren Wetters noch in der Halle drin statt. Vor vielen einheimischen Zuschauern gelang uns dort ein perfekter, absolut sturzfreier Durchgang, für den wir die Note 9.28 erhielten. Bereits vor unserem Start hatten wir erfahren, dass sich das Reck für den Final qualifizieren konnte, was mir für den Boden mit einem so hochkarätigen Feld wohl aber eher unrealistisch erschien. Als dann aber plötzlich neben Opfikon Kloten auch Neuenhof, Yverdon und sogar Rüti ganz knapp hinter uns zurückblieb, wurde das unrealistische auf einmal real und wir konnten uns tatsächlich an unserem Heimwettkampf mit der Bodensektion ebenfalls für den Finaldurchgang qualifizieren. Beide Geräte im Final, damit hatten wir definitiv nicht gerechnet! So war eigentlich ab da alles nur noch Zugabe. Bei strahlendem Sonnenschein durften wir also am Nachmittag draussen nochmals antreten und unsere Leistung und schlussendlich den hervorragenden 5. Platz gebührend feiern! Für mich als Leiterin und Mitturnerin ein absolut unvergesslicher Tag! Da rückt auch die Tatsache, dass wir an der SMV eine Woche später mit der Note 8.88 unser hoch gestecktes Ziel einer Auszeichnung leider knapp verpassten, in den Hintergrund.
Die Wettkampfsaison war damit zwar vorbei, das Jahr an sich aber noch ganz und gar nicht. Im Rahmen der Woche der Offenen Hallentüren führten wir Mitte September ein Schnuppertraining für unsere internen Nachwuchstalente aber auch für Externe durch. Meine Turnerinnen hatten wohl ganz schön Werbung für unsere Bodensektion gemacht, durften wir mit Alina, Chanelle, Elise, Emilia, Liv, Michelle, Saskia, Vanesa und Yamina gleich 9 neue Turnerinnen in unserer Gruppe begrüssen. Eine ziemliche Herausforderung für meinen neuen Mitleiter Pascal und mich, aber auch schön zu sehen, dass unsere Sektion auf so viel Anklang stösst! Danach verabschiedete ich mich aber erst einmal in meine wohlverdienten Ferien und überliess Pascal das Feld. Mit Joya zusammen übernahm er dieses Jahr nämlich das Einstudieren der Chränzli-Nummer. Unsere Neuankömmlinge wurden dort natürlich auch gleich integriert, sodass sie sich gleich von Anfang ans Choreo üben gewöhnen konnten. Aber auch für die «Alteingesessenen» ist es jedes Mal wieder eine Herausforderung, auf der so kleinen Bühne ihr Können zu zeigen. Nach vier langen Jahren ohne Chränzli war es dieses Mal wieder ein ganz besonderes Highlight!
Nun bleibt mir nur noch zu sagen «Wir bleiben weiterhin dran, ihr könnt gespannt sein, was wir im 2023 zu zeigen haben!»


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